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27.09.2006
Die Schweden kommen
Göteborger Gesundheitskonzern Capio AB greift nach deutschen Kliniken.
(red.) Mit Elch und flotten Sprüchen (das unmögliche Möbelhaus) hatte einst Ikea den deutschen Möbelhandel aufgemischt. Der schwedische Gesundheitskonzern Capio AB greift unauffälliger nach deutschen Kliniken. Mit dem Segen des Bundeskartellamtes hat Capio im September 100 Prozent des privaten Krankenhauskonzerns Deutsche Klinik GmbH übernommen, die fünf Akuthäuser in Bayern, Niedersachsen und Thüringen mit insgesamt 750 Beschäftigten betreibt. Außerdem unterhält die private Klinik sieben weitere Kliniken mit einem Managementvertrag. Dort sind 1700 Angestellte tätig. "Für Capio ist die Deutsche Klinik GmbH der Brückenkopf für die zügige Expansion in Deutschland. In den nächsten zwei Jahren sollen drei bis fünf kleinere und mittlere Akut-Krankenhäuser hinzukommen. Später möglicherweise auch Unikliniken, lässt Capio bereits durchblicken", schildert Niko Stumpfögger, bei ver.di für die Konzernbetreuung Gesundheitswirtschaft verantwortlich. Für die Expansion stünden den Schweden 100 bis 150 Mio. Euro zur Verfügung. Nach Angaben von Stumpfögger operiert Capio europaweit, unterhält rund 100 Einrichtungen mit 15100 Beschäftigten und erzielte 2005 einen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro. Das Aktienkapital von Capio liegt zu 97,4 Prozent bei Finanzinvestoren, davon über die Hälfte in schwedischer Hand. "Nach dem Sieg des Mitte-Rechts-Bündnisses bei den Parlamentswahlen in Schweden am 17. September hofft Capio auf eine Lockerung eines Gesetzes, das die Privatisierung von Krankenhäusern bislang erschwert", sagt Stumpfögger. Die schwedische Gewerkschaft der Kommunalbeschäftigten hat vor wenigen Monaten mit der Capio-Leitung eine Vereinbarung über einen Euro-Betriebsrat abgeschlossen. Bei den Capio-Töchtern in Frankreich und Spanien gelten Tarifverträge, in Großbritannien sei die Durchsetzung tariflicher Regelungen schwieriger, weiß der ver.di-Sekretär.
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