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01.02.2006 InterviewChancen für Mitbestimmung? Hierzulande erhoffen sich die Gewerkschaften einen Export der deutschen Mitbestimmung. Ist das realistisch? Wünschenswert sicher, aber realistischerweise nicht in Gänze. Die deutsche Mitbestimmung wird in anderen Ländern auch von Gewerkschaften nicht voll unterstützt. Da gibt es unterschiedliche Kulturen, die weniger auf Co-Management orientiert sind, sondern eher konfliktorisch ausgerichtet, zum Beispiel in Belgien. In einigen Ländern betrachtet man die deutsche Mitbestimmung gar als eine Entwertung der Gewerkschaften. Wohin bewegt sich die europäische Diskussion über die Mitbestimmung? Wir haben zur Zeit drei relevante Richtlinien: die über Europäische Betriebsräte, die zur Europäischen Aktiengesellschaft und die zur Information und Konsultation der Arbeitnehmervertretungen. Letztere ist aber zu schwach. Mitbestimmung wäre bei Europas Gewerkschaften etwas konsensfähiger, wenn die gewerkschaftliche Einflussnahme über das Konsultationsrecht deutlich hinausginge. In Großbritannien zeichnet sich ein interessanter Prozess ab. Hier haben einige Gewerkschaften gute partnerschaftliche Vereinbarungen abgeschlossen, die Unter-nehmen verpflichten, Kosteneinsparungen in die betriebliche Weiterbildung zurück zu investieren.
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